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„Trägt man das denn heute noch?“

Über Mode und die Frage, ob es heute noch einfache Regeln gibt ...

 

Nein, machen Sie sich keine Sorgen, Sie sind nicht die einzige, die sich (und mir) diese Frage stellt. Die Befürchtung, modisch gesehen in die Mottenkiste zu greifen oder sich mit der Frage zu quälen, ob man dieses edle Teilchen, das vor zehn Jahren noch topchic war, heute noch tragen kann, teilen Sie mit vielen, vielen Menschen. Irgendwie beruhigend, oder?

In der Tat, mit der Mode ist es schwieriger geworden als vor 50 Jahren. Und auf der anderen Seite auch wieder leichter. Aber wenn ich mich kurz fassen soll, hier meine schnelle Antwort: Entscheidend ist nicht, was „man“ heute trägt, sondern die Antwort auf zwei Fragen: „Gefällt es Ihnen?“ Und: „Fühlen Sie sich wohl damit?“ Wenn Sie beide Fragen getrost mit „Ja“ beantworten können, wüsste ich nicht, warum Sie dieses oder jenes Kleidungsstück nicht tragen sollten.
Wenn Sie diese Fragen jedoch nicht so klar beantworten können oder meinen, dass ich es mir hier nun etwas zu einfach mache und von mir doch noch die ein oder andere „Regel“ erfahren möchten –  ja, dann müssen Sie sich nun leider noch etwas mehr Zeit nehmen und lesen, wie ich zu dieser Haltung komme ...

„Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode.“

Karl Lagerfeld

 

Eigentlich ist damit schon fast alles gesagt. Aber – Sie haben sich entschieden, sich etwas Zeit zu nehmen – gehen wir also etwas in die Theorie. Zum Begriff „Mode“ heißt es im Herkunftswörterbuch (Duden, Bd. 7):

„Brauch, Sitte; Tages-, Zeitgeschmack; das Neueste, Zeitgemäße (in Kleidung, Haartracht usw.)“: Das Substantiv wurde im 17. Jh. aus frz. mode „Art und Weise; Brauch, Sitte; gerade herrschende Richtung in der Kleidung“ entlehnt. (...) Frz. mode geht auf lat. modus „Maß; Maß und Ziel; Regel; Art und Weise“ zurück. Soweit der Duden.

Ein Blick zurück. Als die Welt noch in Ordnung war – modisch gesehen.

Betrachten wir also zunächst den Aspekt „Zeitgeschmack“ – und da schafft der Blick zurück ein wenig Klarheit. In den 50er Jahren bis in die frühen 60er war die Welt noch in Ordnung. Es galt die Grundregel: Mit dem Petticoat konnte man nicht viel falsch machen und was Sophia Loren und Cary Grant  trugen und auch hübsch teuer war, das war auch modern.

Aber dann kamen die Beatles, die Hippies und die Apo.

Und nun war es einfach vorbei, mit den einfachen Regeln. Die Nachkriegsgeneration wollte alles anders machen als die Eltern. Sie begann, die Welt auf den Kopf zu stellen und neue Regeln zu definieren. Ein neuer politischer Anspruch fand seinen Ausdruck auch in dem, was man anzog: Die Mode wurde individueller, freizügiger, erotischer und erlaubte, mehr Haut zu zeigen. Der „revolutionäre“ Aufbruch erreichte schließlich auch ganz andere Kreise als die, die Janis Joplin, Doors und Franz Josef Degenhardt hörten.

Kleiner Exkurs über Hot Pants, Peter Paul Rubens und die Topmodels.

Anfang der 70er kamen erst der Minirock und dann – für viele Konservative noch viel schlimmer – die Hot Pants. Und niemand wusste mehr so genau: Ist das jetzt furchtbar revolutionär oder geht das überhaupt nicht oder ist das einfach nur sexy? Wenn Hot Pants dann von jenen getragen wurden, die sich das, wie manche meinten, nicht unbedingt erlauben können, hagelte es schnell Häme. Da waren auf einmal sogar wieder „Spießer“ und „Revoluzzer“ einer Meinung: „Hot Pants? – Mit den Beinen???“
Doch auch Schönheitsideale unterliegen der „Mode“: Die Frauen, die Peter Paul Rubens seinerzeit bevorzugte, sind nicht die gleichen, die heute bei „Germany’s next Topmodel“ gewinnen. Eine Rubensfigur in Hot Pants? Dem Maler hätte es sicher gefallen. So ist die Beurteilung, ob ein paar Pfunde mehr oder weniger schön sind oder nicht, auch nichts weiter als eine mehr oder weniger flüchtige Modeerscheinung.

Die 70er. Oje Oje.

Diese Schlaghosen. Diese viel zu großen Kragen. Diese viel zu grellen Farben. Diese bunten Muster. Zum Gruseln. Aber wer weiß, eines Tages kommt alles wieder. In den 70ern wurde das Unmögliche möglich und erreichte auch etablierte Gesellschaftsschichten. Ob Abba oder Les Humphries, Belmondo, Bond oder Boney M: Kaum ein Bilddokument – ob privat oder öffentlich – ist anhand der Kleidung zeitlich so einfach zuzuordnen wie jene, die in der Ära zwischen dem Ende der Pilzköpfe und dem Anfang von Michael Jackson und Madonna entstanden. Auch wenn zwischen modern und unmodern zu dieser Zeit noch vergleichsweise einfach zu unterscheiden war: Wenn man eine Derrick-Wiederholung aus dieser Zeit sieht, sind sich nahezu alle einig: So werde ich nie wieder rumlaufen.

Vokuhila, Null-Bock und Commodore. Willkommen in den 80ern!

Im Zuge der 80er war es dann endgültig vorbei mit der klaren Linie. Selbst wenn man sich als Jugendlicher schon entschieden hatte, wirklich niemals zum Establishment gehören zu wollen, musste man nun präziser werden: Die einen blieben bei Hasch und Flower Power. Die anderen – und nicht nur Rudi Völler und Wolfgang Petry – entschieden sich für Vokuhila und trugen die Haare vorne kurz und hinten lang. Und beide Strömungen wurden von jener neuen Null-Bock-Jugend belächelt, die als Punks vermeintlich ganz andere Ideale einer modernen Kultur proklamierten.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt begriff die Bekleidungsindustrie, dass die Trends der Jugendkultur mehr waren als „nur“ pubertäre Verirrungen. H&M und andere eröffneten sich lukrative Märkte, die dann bald auch von der etablierten Riege der Peek&Cloppenburgs entdeckt wurden.
Doch einfach war es nicht mehr, mit der Mode. Während Vivienne Westwood die Punkmode salonfähig machte, entwickelten auch New Waver, Teds, Mods sowie alte und neue Hippies weitere modische Erscheinungsformen.
Und dann waren da auch noch Sue Ellen und Pamela Ewing, die auch auf der konservativen Seite ganz neue Möglichkeiten vortrugen. Die Welt wurde komplizierter. Und sie sollte noch komplizierter werden, weil – noch unbemerkt von allen – Menschen wie Bill Gates und Steve Jobs ohne sich Gedanken über ihre Kleidung zu machen in einer Garage saßen und die wirkliche Revolution anzettelten.

Die 90er: Das Informationszeitalter beginnt.

Aber was haben Apple, Microsoft und Google oder Medien wie RTL, SAT1, Pro7 und MTV mit der Mode zu tun? Wenn Sie mich fragen: Alles! Hier zeigen zum Beispiel heute Frauke Ludowig & Co., was die Prominenten so tragen. Von Boris Becker, der dem Tennisdress offensichtlich entwachsen ist, bis Joschka Fischer, der Ende der 90er den Turnschuhen entschlüpfte und im Brioni-Anzug zum Außenminister avancierte. Musikvideos auf MTV und YouTube inspirieren die nachwachsenden Jugendkulturen zu neuen Trends und Stilrichtungen, die mittlerweile so facettenreich geworden sind, dass auch die Kids selbst den Überblick verlieren.
Im Fernsehen zeigt Gottschalk dann Etabliert-Skurriles, während Heidi Klum und Bruce Darnell (und wer auch immer sich noch berufen fühlt) verkünden, was nun wirklich angesagt ist. Hunderte von Fernsehkanälen und tausende Internetseiten präsentieren eine Unzahl von weiteren größeren und kleineren Vorbildern. Stefan Raab im lässig-edlen Streetwear. Harald Schmidt im feinen Zwirn. Sonya Kraus, Beth Ditto und Lady Gaga in einem Outfit, das vielleicht nicht immer jedermanns Sache – aber sicher aufsehenerregend ist. Und da sind wir wieder am Anfang:

Was trägt man denn heute noch?

Sicher gibt es ein paar Regeln. Etwas leichter ist sicher zu sagen, was heute eher als nicht modern angesehen wird. Zum Beispiel sind die Zeiten der extremen Schulterpolster durch. Für den Augenblick auf jeden Fall. Die Hosen werden schleichend immer enger. Und Mäntel, die bis an die Knöchel reichen, sieht man zurzeit kaum noch. Doch was Sie letztlich tragen können und was nicht – das hängt eben entscheidend von Ihnen ab: Wenn Sie zum Beispiel Freude daran haben, in Ihrem Umfeld mit einem eigenen Stil für ein wenig Gesprächsstoff zu sorgen, wählen sie eine andere Garderobe als jemand, der lieber eher dezent alles richtig machen möchte. Und damit sind wir beim lateinischen Ursprung des Wortes „Mode“ – „modus“, das Maß. Denn das Maß aller Dinge, das sind ganz allein Sie. 

Natürlich helfe ich Ihnen gern.

Und in fast allen Fällen gelingt es, zum Beispiel Kleidungsstücke aus den frühen 90ern so zu individualisieren oder zu modernisieren, dass Sie sich damit auch heute mit einem guten Gefühl auf die Straße oder ins Theater trauen können.

Am besten, Sie kommen einfach vorbei – und Sie dürfen sich darauf freuen, von mir ganz individuell beraten zu werden.

Ihre Anke Schulz, 19. Oktober 2011

 

 

 

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