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Über das Handwerk, Fernost und Rettungsschirme

„Was? Die Anfertigung eines Kleides kostet mindestens 400 Euro??? Das bekomme ich bei X&Y doch für 100!“ Das sind Momente, die wehtun. Genau wie die Lektüre eines Artikels, den das Magazin Stern im Februar 2012 veröffentlichte:
Hier ließ Boss-Chef Claus-Dietrich Lahrs die Behauptung unwidersprochen, dass der Nählohn eines Anzuges bei 25 Euro liegt. Da war ich diejenige, die entsetzt dachte: „Was? Ein Anzug in Boss-Qualität – für nur 25 Euro???“ Selbst als erfahrene Schneiderin würde ich für die reine Näharbeit zwei bis drei Tage brauchen.


Bevor ich mich hier über Preisstrukturen der Textilbranche im Allgemeinen und der Schneiderei Burscheid im Speziellen äußere, möchte ich eins vorwegschicken:
Ich betreibe mein Unternehmen nicht, um auf Kosten anderer unangemessene Gewinne zu erwirtschaften. Wenn dies mein Ziel wäre, könnte ich mit meinem Know-how zum Beispiel internationale Großunternehmen beraten, wie sich durch Prozess-Optimierung und eine clevere Standortwahl die Nähkosten für einen Anzug vielleicht auf 20 Euro drücken lassen... Eine gruselige Idee.

Nein. Das Unternehmen Schneiderei Burscheid gibt es deshalb, weil mir dieses Handwerk Freude macht. Ich bin stolz und ich höre es gern, wenn viele meiner Kunden behaupten, dass die Schneiderei Burscheid mit ihrem Qualitätsniveau hier in Wuppertal und in weiterer Umgebung konkurrenzlos ist.

„Aber es kann doch nicht sein, dass eine Änderung fast genauso viel kostet wie das, was ich für das ganze Kleid bezahlt habe!“

Ich kann Ihre Irritation gut nachvollziehen. Auch ich freue mich, wenn ich bei X&Y eine Hose oder ein Kleid für 30 Euro erstanden habe. „Für das Geld kann ich es nicht selber machen,“ denke ich mir dann. Deshalb verstehe ich Ihre Verwunderung darüber, dass eine individuelle Anpassung bei uns nicht wesentlich billiger ist. Ganz zu schweigen von einer Neuanfertigung, die wahrscheinlich ein Mehrfaches über dem „normalen“ Preis im Handel liegt.

Aber was ist normal?

Die Normalität einer industriellen Textilproduktion bedeutet zum Beispiel, dass die Entwicklungskosten auf große Auflagen verteilt werden können. Rechnen Sie mal mit: Nehmen wir an, die Entwicklung eines Schnittes kostet 1.000 Euro. Verteilt auf eine Produktion mit einer Auflage von 10.000 lägen diese Grundkosten nur noch bei 10 Cent pro Stück – und können quasi vernachlässigt werden. Bei einer Einzelanfertigung geht dies jedoch nicht. Doch dafür dürfen Sie sich als Kunde der Schneiderei Burscheid über ein wirklich einmaliges Kleidungsstück freuen, das genau nach Ihren Maßen und nach Ihren Wünschen gefertigt wurde!

Über die rein mathematische Überlegung hinaus bedeutet die Normalität einer Produktion in fernöstlichen Ländern übrigens auch, dass die Näherinnen hier zum Teil weniger als einen Euro verdienen. Pro Tag! So berichtete die Süddeutsche Zeitung im Juli 2010, dass sich Textilarbeiterinnen in Bangladesch mit einem Mindestlohn von monatlich 19,20 Euro (Kein Tippfehler – das Komma sitzt richtig!) zufrieden geben müssen. Vielleicht halten Sie mich für eine Sozialromantikerin, doch ich halte es für unmoralisch, wenn Unternehmen aus so genannten fortschrittlichen Ländern die Armut in anderen Regionen der Welt in dieser extremen Form ausnutzen. Das verlangen „die Märkte“, könnte man mir entgegnen. Aber auch diese „Entschuldigung“ ist mir zu billig.

In Deutschland ist das klassische Handwerk Luxus geworden

Doch das liegt keineswegs am Handwerk, sondern daran, dass sich die Relationen verschoben haben: Industrielle Massenprodukte sind aufgrund ihrer Fertigung zu Dumping-Löhnen zwangsläufig deutlich billiger als die individuelle Einzelanfertigung eines deutschen Handwerkers.
Dies betrifft den Schreiner gleichermaßen wie den Schlosser oder den Schneider. Dennoch: Der maßgeschneiderte Gehrock aus feinem Zwirn für den sonntäglichen Kirchenbesuch und sonstige festliche Anlässe ist im Grunde auch heute nicht teurer als er früher war: Er kostet – je nach Einkommen des Auftraggebers – möglicherweise bis zu einem halben Monatslohn. Dies entspricht genau dem Aufwand, den eine solche Anfertigung erfordert.
Nur: Während es vor 100 Jahren keine Alternative gab, finden Sie im Zeitalter der Globalisierung einen halbwegs passablen Anzug für einen Bruchteil des Geldes. Made in China. Oder in Bangladesch.
Und dies ist der Grund, warum in Ländern wie Deutschland das klassische Handwerk als Luxus empfunden wird und zunehmend ausstirbt.

Preise. Und Werte.

Der Begriff „Preis“ entstammt dem lateinischen Wort „pretium“ und bedeutet „Wert“. Vor diesem Hintergrund kann ich Ihnen versichern, dass meine Leistungen ihren Preis wert sind. Deshalb liegt es mir am Herzen, Sie zu überzeugen und um Ihr Verständnis zu werben:

Bitte messen Sie die Preise kleiner Handwerksunternehmen in Deutschland nicht an den Preisen von Massenproduktionen in Fernost!

Wenn ich beispielsweise in der Schneiderei Burscheid eine Arbeitsstunde zwischen 40 und 48 Euro kalkuliere, ist das eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Sie leben wie ich in Deutschland und wissen, wie viel hier Mieten, Versicherungen, Löhne und so weiter kosten.
Und zudem sind – neben Privatpersonen wie Sie und ich – nicht zuletzt auch die kleinen (funktionierenden!) Unternehmen aufgerufen, mit ihren Steuerbeiträgen Europas „notleidende“ Banken zu retten. Und das, obwohl ich genau weiß, dass nicht eine dieser Banken auch nur einen Gedanken daran verschwenden würde, mich zu unterstützen, falls es bei mir mal eng werden sollte.
Also: Wie wär’s mit einem Rettungsschirm für kleine Handwerksbetriebe, Herr Schäuble?
„Was für ein Blödsinn!“ wird er antworten. Ich weiß. Daher ist es umso wichtiger, dass ich meinen Betrieb verantwortungsvoll führe.

Mein Luxusleben

besteht darin, eine Arbeit zu haben, die ich mit Herzblut mache. Eigenverantwortlich und ganzheitlich – von der Beratung bis zum fertigen Ergebnis. Das ist, wenn ich mich so umhöre, ein echter Luxus, den ich wirklich zu schätzen weiß. Aber zugleich ist dies auch die wesentliche Grundlage für die Ergebnisse, über die sich meine Kunden freuen. Ich bin stolz auf meine Arbeit, die im besten Sinne nachhaltig ist: Weil sie nicht Werte vernichtet, wie dies ein großer Teil der Finanzwirtschaft macht, sondern Werte erhält und neue schafft. Eine Arbeit, die ich exakt nach meinen Qualitätsansprüchen gestalten kann. Und die sind recht hoch. Und das wirklich Schöne ist: Die meisten meiner Kunden wollen das auch. Genau so. Und Sie?


Ihre Anke Schulz, 21. Juli 2012

 

 

 

 

Vielleicht fragen Sie sich nun: „Ja, wie teuer ist denn nun eine Anfertigung bei der Schneiderei Burscheid?“ Mein erste Antwort heißt: „Das kommt drauf an.“ Aber wenn Sie sich einen Eindruck von der Größenordnung verschaffen möchten, klicken Sie einfach hier: „Was kostet eigentlich ein Kleid?“

 

 

 

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